Foto: Karin Kaiser (Pressestelle MHH)

Text: aus dem PR - aktuell von August 2017

Auch nach 52 Jahren MHH gibt es noch Neues zu erleben:

Am 8. August 2017 nahm erstmals ein niedersächsischer Ministerpräsident an einer Personalversammlung teil. Und der Grund war kein geringer. Nach monatelanger Negativpresse wollte MP Weil den MHH- Beschäftigten seinen Dank und seine Anerkennung für die hier geleistete Arbeit aussprechen. Im Gepäck hatte er den Be- schluss, wesentliche Teile der MHH neu zu bauen. Anschließend stellte sich der Ministerpräsident den Fragen der Anwesenden.

 

In einer sehr persönlich gehaltenen Einleitung erläuterte er seine Sicht auf die MHH und bekundete seinen Respekt vor der hier tagtäglich geleisteten Spitzenmedizin.

Klar positionierte er sich für eine auskömmliche Finanzierung der

Universitätsmedizin. Er verwies in diesem Zusammenhang auf verschiedene Initiativen des Landes Niedersachsen, hier Verbesserungen zu erreichen. Deutlich kritisierte er die Weigerung der Ersatzkassen, die gesetzlich vorgesehenen Erhöhungen bei der Abrechnung ambulanter Leistungen umzusetzen.

Er ging auf den Sanierungsstau bei den Krankenhäusern und Universitätskliniken ein und verwies hier auf Versäumnisse aus der Vergangenheit. Eine der richtigen Antworten sei es jetzt gewesen, ein Sondervermögen zu bilden, aus dem u. a. die Finanzierung des MHH- Neubaus getätigt werden soll. Jetzt müsse schnell über das „Wie?“ entschieden werden, um dann in vertretbaren Zeiträumen zu den neuen Gebäuden zu kommen.

Der Ministerpräsident folgte den Ausführungen der Personalratsvorsitzenden Jutta Ulrich bezüglich der Notwendigkeit einer umfänglichen Personalentwicklung. Neben dem Neubau stelle sich die Herausforderung als Arbeitgeber, attraktive Arbeitsplätze für Jung und Alt anzubieten.

Weil rief die jungen Menschen dazu auf, Familien zu gründen und mahnte die Arbeitgeber, durch gescheite Arbeitszeitmodelle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranzubringen.

Er ermunterte dazu, allen Widrigkeiten zum Trotz, den Beruf eines/r Gesundheits– und Krankenpfleger/in zu ergreifen und unterstrich aus seiner Sicht die Bedeutsamkeit dieses Berufes.

Der Ministerpräsident sprach sich - wenn auch mit kleinen Einschränkungen - gegen die Möglichkeit von sachgrundlosen Befristungen bei Arbeitsverträgen aus.

Und nicht zuletzt gab es noch ein Lob für die exzellente Forschung und Lehre an der MHH unter der Leitung von Prof. Baum.

Anschließend gab es etwas Zeit für einige Fragen:

Irritation löste der Hinweis auf die ehemalige (bis 2006) Landesvereinbarung zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und die Frage nach einer möglichen Neuauflage aus. Als die Rückfrage des MP, „ob denn hier so etwas schon einmal vorgekommen sei“ verneint wurde, verwies er auf seine Zeit als hannoverscher Oberbürgermeister. Da hätte er diese Möglichkeit immer durch eine Vereinbarung mit dem dortigen Personalrat ausgeschlossen.

Weitere Nachfragen bezogen sich u. a. auf die Personalbemessung in der Krankenversorgung, auf Überstunden, die insbesondere im ärztlichen Dienst geleistet werden, auf den Sanierungsbedarf in den Altgebäuden, auf die Akademisierung von Ausbildungsberufen.

Und bei der Verabschiedung durfte dann doch ein „Hauch Wahlkampf“ nicht fehlen: Auf den Hinweis von Jutta Ulrich, dass der Gesprächsfaden nicht abreißen solle und man auf ein Wiedersehen hoffe “nicht erst zur Einwei-hung des Neubaus“ gab es vom MP ein gewitztes „an mir soll es nicht liegen!“